SCHWEINEBESAMUNGSANSTALT GLEISDORF
der Landeskammer fur Land- u. Forstwirtschaft Stmk
A 8200 Gleisdorf, Am Tieberhof 11
Tel: ++43 (0) 3112 3522
Fax: ++43 (0) 3112 3522-7951
E-Mail: office@schweinebesamung-gleisdorf.at
LK Steiermark
Newsletter abonnieren
 
Stichwortsuche
 weiter
 suchen
- Aktuelles -
HomeHome
Eigenremontierung beim Schwein

Worauf ist bei der Eigenremontierung zu achten und wie soll dabei vorgegangen werden?

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern ist die Eigenremontierung in der Steiermark sehr beliebt. Diese Tatsache ist einerseits historisch bedingt, andererseits bietet sie durchaus dem landwirtschaftlichen Betrieb Vorteile. Der größte Vorteil ist sicherlich, dass der Tierverkehr auf ein Minimum reduziert werden kann. Andererseits ist allerdings zu bedenken, dass die Jungsauenproduktion und Aufzucht zeitintensiv ist. Zu beachten ist, dass genügend Aufzuchtplätze vorhanden sein müssen, und dass streng selektiert werden muss.
Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass vielfach zu wenig Aufmerksamkeit der Nachzucht beigemessen wird, oftmals mit fatalen Folgen für den Betrieb. Denn es muss jedem Betriebsführer klar sein, dass die Jungsauen das Kapital für den zukünftigen Betriebserfolg sind.

Auswahl der Sau
Nur die besten Sauen dürfen für die Jungsauenproduktion verwendet werden. Sauen sollten frühestens erst ab dem vierten Wurf zur Eigenremontierung herangezogen werden. Besonders zu achten ist auf eine gute Fruchtbarkeit, eine gute Milchleistung, das Zitzenbild (mindestens auf jeder Seite 7 Zitzen), gute Muttereigenschaften, ein stabiles Fundament. Ebenso wichtig ist es, dass in keinem Wurf davor Anomalien, wie Bruchferkel oder Binneneber aufgetreten sind.

Auswahl des Ebers
Das Um und Auf neben der gezielten Auswahl der Sau ist die Auswahl des Ebers. Hier ist ganz besonders auf die eingesetzten Linien zu achten. Der Anfangsbuchstabe eines jeden Ebernamens gibt darüber Auskunft über Zugehörigkeit zu einer bestimmten Linie. Niemals darf mit der gleichen Eberlinie, der auch die Sau entstammt, weitergezüchtet werden, ansonsten besteht die Gefahr einer Inzuchtdepression.
Jeder Mutterlinieneber hat zwei BLUP-Zuchtwerte, einen Gesamtzuchtwert für Mast- und Schlachtleistung, sowie einen für Fruchtbarkeit (GZW-F). Jeden Punkt den der Eber über 100 bzw. darunter liegt, ist das Tier in diesem Merkmal besser oder schlechter als die durchschnittliche Schweinepopulation. Bei der Auswahl des Ebers sollte auf eine Ausgewogenheit in den Zuchtwerten geachtet werden, wobei der Schwerpunkt auf dem Fruchtbarkeitswert liegen soll.
Neben dem alt bekannten und bewerten Edelschweinebern stehen nun dem eigenremontierenden Landwirt auch Landrasseeber in der Besamung Gleisdorf zur Verfügung. Der Vorteil bei Landrasse besteht darin, dass nicht auf die Linienauswahl geachtet werden muss. Der größte Nachteil besteht sicherlich darin, dass die so produzierten Jungsauen nicht wiederum für die eigene Nachzucht verwendet werden können. Dadurch verringert sich deutlich die Selektionsbasis am Betrieb.


Tipps:
Worauf ist bei der Auswahl des Ebers zu achten
- Aufzeichnungen über die Sauen führen
- Linie beachten
- Fruchtbarkeitszuchtwerte beachten
- Gezielte Auswahl der Eber nach Sprungplan
- Rechtzeitige Bestellung vor Uhr 7.00, damit auch sichergestellt werden kann, dass der gewünschte Samen noch vorhanden ist.

Zuchtwerte von einzelnen Ebern können Sie der Zuchtwertdatenbank entnehmen. Zu finden ist diese auf dieser homepage unter Eberdatenbank.

Bild re oben: Eclaron LR

von Dr. Bettina Exel (bettina.exel@lk-stmk.at)


mit Klick vergrößern
 wechseln