SCHWEINEBESAMUNGSANSTALT GLEISDORF
der Landeskammer fur Land- u. Forstwirtschaft Stmk
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Gesundheitsmanagement in der Ferkelproduktion

Mit dem Wachsen der Bestände nimmt das Gesundheitsmanagement zunehmend eine zentrale Rolle in der Schweineproduktion ein. Das Ziel ist es, durch vorbeugende Maßnahmen möglichst wenig Arzneimittel einzusetzen zu müssen.

Viele Landwirte denken, dass mit der Reinigung und Desinfektion des Stalls der Hauptteil der Arbeit für das Gesundheitsmanagement und die Hygiene am Betrieb erledigt ist. Wenig Beachtung finden meist die täglichen „Routinetätigkeiten“. Fragen wie: „Wo kommen meine Zukaufstiere hin?“ „Gibt es eine Eingliederungsphase für diese?“ „Wer darf den Stall betreten?“ „An welcher Stelle holt die Tierkörperverwertung die toten Tiere ab?“ „Ist das zugekaufte Futter mit Tierkot verschmutzt?“ „Dürfen Haustiere in den Stall hinein?“ Diesen Fragen wird meist zu wenig Bedeutung beigemessen. Doch diese entscheiden oftmals über den Erfolg oder Misserfolg bei der Gesunderhaltung des Bestands.

Es ist wichtig den Betrieb in verschiedene Hygieneeinheiten ein zu teilen. Z.B. das Abferkelabteil und die Ferkelaufzucht sind je eine eigene Einheit. Diese Hygieneabschnitte werden dann auch nur in einer bestimmten festgelegten Reihenfolge betreten. Als Faustregel gilt immer bei den jüngsten Tieren anfangen und dann erst zu den nächst älteren weitergehen. Dies soll verhindern, dass Krankheitserreger von Mastscheinen oder Aufzuchttieren zu den Ferkeln verschleppt werden. Ideal ist es, wenn bestimmte Arbeitsbereiche genau einer Arbeitskraft zugeteilt werden können. So ist das Einhalten von Hygienemaßnahmen leichter durchzuführen.

Neben der Betriebshygiene hat auch der Einsatz von Impfungen große Bedeutung bei der Gesunderhaltung des Bestands. Impfungen sollen Krankheiten verhindern oder mildern. Als Standardimpfungen in einem Ferkelproduktionsbetrieb sind die Parvovirose-/Rotlaufimpfung bei den Sauen und die Mycoplasmenimpfung bei den Ferkeln anzusehen. Alle anderen Impfungen sind betriebsspezifisch mit dem Hoftierarzt abzustimmen.Mycoplasmen sind Krankheitserreger die unter anderem Lungenentzündungen hervorrufen können. Daneben sind sie auch Wegbereiter für viele weitere Infektionen.
Die Mycoplasmenimpfung darf vom Landwirt, sofern er Mitglied beim TGD ist selbst durchgeführt werden. Wichtige Punkte um auch den Impferfolg zu gewährleisten sind hierbei:
- impfen nur von völlig gesunden Tieren
- Impfschutz tritt erst frühestens 10 – 14 Tage ein
- Ziel: homogener Schutz der Herde
- korrekte Lagerung des Impfstoffes (kühl/dunkel)
- rasches Aufbrachen des Impfstoffes
- Nadelwechsel bei jedem Wurf

Entscheidend für den Erfolg in der Ferkelproduktion ist es die gesetzten Maßnahmen im Tiergesundheits- und Hygienebereich konsequent durchzuführen. Sicherlich ist es so, dass bei der gewachsenen steirischen Betriebsstruktur Mankos in der Trennung der Altersgruppen in Kauf genommen werden müssen, die bei einem auf die grüne Wiese geplanten Betrieb von Anfang an nicht vorkommen. Doch mittelfristig ist es möglich im Zuge von Um- oder Zubauten deutliche Verbesserungen zu erreichen.




von Dr. Bettina Exel (bettina.exel@lk-stmk.at)


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