Die neu gebaute Besamungsanstalt Gleisdorf bietet für 144 Eber Platz. Der Neubau ist als Investition in die regionale Schweineproduktion zu sehen.
Der Bau ist entsprechend den neuesten Erkenntnissen der Stallbautechnik errichtet und erfüllt alle Anforderungen an Tierschutz, Tiergerechtheit, Hygiene und Tiergesundheit. Damit zählt die Schweinebesamung Gleisdorf zu den modernsten in Europa.
Feierliche Eröffnung
Der Spatenstich zum Neubau der Schweinebesamung Gleisdorf war im Oktober 2006. Am Samstag den 23. Juni 2007 fand die feierliche Eröffnung der Schweinebesamung NEU nach einer Rekordbauzeit von nur 6 Monaten statt. Neben zahlreichen Vertretern der Politik, der Tierärzteschaft, der Gemeinden und der Landwirtschaft konnten wir auch besonders herzlich viele unserer Anrainer und Kunden aus dem In- und Ausland begrüßen. Die feierliche Einweihung des neuen Stall- und Laborgebäudes erfolgte durch Herrn Dechant Mag. Kowald.
Im Anschluss daran war es möglich die Gebäude zu besichtigen, am Eberschätzspiel teilzunehmen, der Eberschau beizuwohnen oder die Eröffnungsfeier bei bester Verpflegung durch G’scheit Feiern im Festzelt ausklingen zu lassen.
Neubau
Besonderes Augenmerk wurde beim Neubau auf optimale Haltungsbedingungen für die Eber und perfekt aufeinander abgestimmte Arbeitsabläufe gelegt, somit können höchste Hygienestandards gewährleistet werden.
Die Buchten der Eber werden mit Stroh eingestreut. Dies ist positiv für das Wohlbefinden der Eber und dient gleichzeitig als Beschäftigungsmaterial. Das Einstreumaterial wird automatisch gehäckselt und entstaubt in den Stall eingebracht.
Langjährig geschulte und erfahrene Mitarbeiter sorgen für die beste Betreuung der Eber und die qualitativ hochwertige Verarbeitung der gewonnenen Ejakulate.
Einblicke in die Schweinebesamung Gleisdorf
Zukünftig wird es auch für Kleingruppen möglich sein Einblicke in die Abläufe der Besamungsanstalt zu bekommen. Ein Ebervorführraum bietet interessierten Bauern die Möglichkeit, sich selbst von der Qualität der Eber zu überzeugen. Sowohl Labor als auch Eberschauraum sind aus hygienischen Gründen mittels großer Glasfenster zu den Besuchern hin abgetrennt. Fremden Personen ist der Zutritt untersagt. Fahrzeuge liefern nur von außerhalb Stroh, Futter und Verbrauchsmaterialien an.
Zweimal in der Woche wird gesprungen
Jeder Eber darf zweimal in der Woche seinen Samen abgeben, ohne je eine Sau gesehen zu haben. Er bedient sich dabei eines einer Sau nachempfundenen Phantoms. Der Samen wird mehrmals auf seine Befruchtungsfähigkeit kontrolliert und auf 2,2 Milliarden Spermien pro Samenportion eingestellt. In Summe verlassen pro Tag 950 Milliarden Samenzellen die Schweinebesamungsanstalt Gleisdorf und werden zu den landwirtschaftlichen Betrieben ausgeliefert. Die Einhaltung von höchsten Hygienestandards ist eine Selbstverständlichkeit.
150.000 Nachkommen pro Eber
Der Natursprung kommt am landwirtschaftlichen Betrieb kaum mehr zur Anwendung. Der Grund dafür ist die deutlich bessere Genetik der Besamungseber und die Tatsache, dass ein Eber mehrere Sauen zur gleichen Zeit nicht belegen kann.
150.000 Nachkommen pro Eber, diese noch vor Jahren unglaubliche Nachkommenschar, die auf einen zehnjährigen Einsatz zurückgeht, wird heute kaum mehr erreicht. Durch scharfe Selektion bleiben nur die besten Vatertiere einige Jahre in der Besamungsanstalt. Trotzdem kann ein fruchtbarer Vererber auf 50.000 Ferkel kommen.
von Dr. Bettina Exel
(bettina.exel@lk-stmk.at)
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