In der Ferkelerzeugung wird versucht alle einzelnen Punkte so weit als möglich zu optimieren um die Wirtschaftlichkeit zu heben. Oftmals werden allerdings grundlegende Dinge zu wenig beachtet, wie Fütterung, Genetik oder eingesetztes Sperma.
Unter Spermaqualität ist mehr zu verstehen, als dass die Sauen trächtig werden und die Umrauscherquote niedrig ist. Die Anzahl an gesamt geborenen Ferkeln und davon abhängend die lebend geborenen Ferkel sind letztlich ein wesentlicher Faktor für die Wirtschaftlichkeit. In diesem Punkt können deutliche Unterschiede von Betrieb zu Betrieb gesehen werden. Umso wichtiger ist es auf die Spermaqualität und Lagerung zu achten.
Oft wird die Frage aufgeworfen, ob frisches Sperma besser ist als zwei oder drei Tage altes. Diese Fragestellung kann für Qualitätssperma klar mit nein beantwortet werden. Qualitätssperma ist auch am dritten Tag nach der Herstellung noch genau so fruchtbar wie am ersten oder zweiten Tag.
Um die Befruchtungsfähigkeit für diesen Zeitraum gewährleisten zu können, ist es entscheidend auf eine hygienische Spermagewinnung und -verarbeitung zu achten. Dies setzt natürlich laufende Kontrollen und Untersuchungen des Spermas voraus. Daneben kann auch die mangelhafte Spermaqualität im Ejakulat die Befruchtungsfähigkeit deutlich einschränken. Frisch muss Sperma somit nur dann verwendet werden, wenn die Haltbarkeit bzw. Befruchtungsfähigkeit für drei Tage nicht gegeben ist.
Wesentlich für die Befruchtungsfähigkeit ist die Spermaqualität im Ejakulat. Daher ist eine sorgfältige Untersuchung von dieser unumgänglich. Nur so können fehlgeformte Spermien oder Beimengungen erkannt werden.
Hier ist auch ein großer Unterschied zwischen einer Besamungsstation, so wie die Schweinebesamung Gleisdorf, und den so genannten „Hofabsamern“ zu sehen. Die Ausrüstung am landwirtschaftlichen Betrieb und die Kenntnisse über die Ejakulatbeurteilung können nie in gleicher Art und Weise erfolgen, wie in einer Besamungsstation.
Schwankungen der Spermaqualität sind vor allem saisonal bedingt. Besonders im Sommer ist größtes Augenmerk darauf zu legen. In der Schweinebesamung Gleisdorf wird jede Charge doppelt kontrolliert bevor sie an den Landwirt ausgeliefert wird.
Es ist strikt davon abzuraten Sperma vom „Nachbarn“ zu beziehen, zudem ist es gesetzlich auch verboten. Dadurch ist schon so manche Krankheit in einem Betrieb eingeschleppt worden. Im Gegensatz dazu unterliegen Besamungsstationen, strengen Auflagen betreffend die Tiergesundheit. Bei EU-anerkannte Besamungsstationen wie die Schweinebesamung Gleisdorf werden zu dem noch zweimal pro Jahr durch den Amtstierarzt kontrolliert.
Mangelnde Qualität beim Samen macht sich oftmals nicht dadurch bemerkbar, dass eine ganze Sauenproduktionsgruppe umrauscht. Vielmehr sinkt die Anzahl an gesamt geborenen Ferkeln.
Die Einkommensverluste können dadurch enorm sein. Bei einem Ferkelerzeugerbetrieb mit 100 Zuchtsauen bedeutet ein gesamt geborenes Ferkel weniger einen Einkommensverlust von bis zu € 9.300,-- pro Jahr. Der Einsatz von Qualitätssperma zahlt sich somit aus!
von Dr. Bettina Exel
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